Sonnenlicht, das durch meine Augenlider schien. Unwillig murrend begann ich zu blinzeln. Wo zum Teufel war ich? Ein Versuch, den Kopf zu heben scheiterte schon im Ansatz. Mein Kopf fühlte sich an, als wäre eine Kolonne von Zehntonnern darüber gerollt. Schließlich entschloss ich mich die Augen zu öffnen. Erst das eine, dann das andere. Die Decke über mir war urologengelb. Mit einem angestrengten Schnauben richtete ich meinen Oberkörper ein wenig auf. Die Bettdecke war weiß, der Gips meines Beins, das in einer Schlaufe vor sich hinbaumelte, ebenfalls. Anscheinend war ich im Krankenhaus, aber wie war ich hierher gekommen? Angestrengt durchforstete ich mein Gehirn, aber da war nichts.

In diesem Moment öffnete sich die Tür. Noch mehr weiß. Eine bleiche Krankenschwester mit weißem Kittel. „Oh, gut, dass Sie schon wach sind. Sie haben einen ganz schönen Schlag auf den Kopf bekommen.“ Das würde allerdings meine Kopfschmerzen erklären. „Scheint so“, murmelte ich. „Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Was ist eigentlich passiert?“ Ein mitleidiges Lächeln. „Sie hatten einen Autounfall. Ihr Bein und drei ihrer Rippen sind gebrochen.“ Ach nee, ich dachte, die hätten mir das Bein nur zum Spaß eingegipst. „Außerdem haben sie noch einige Schnitte und Quetschungen, die sind aber nicht weiter schlimm.“ Da sagte mir mein Körper aber etwas anderes. Ich probierte zu nicken, was wieder mit bohrendem Schmerz belohnt wurde. Ich hatte schon immer gewusst, dass der alte Herr da oben mich nicht mochte. „Fühlen Sie sich so gut, dass Sie sich mit dem Beamten unterhalten können?“ „Welchem Beamten?“, stöhnte ich mühsam. „Der Polizeibeamte, der draußen wartet. Bei Ihnen wurde kein Personalausweis gefunden und das Auto, das Sie fuhren, wurde vor drei Tagen als gestohlen gemeldet. Man will nur Ihre Identität feststellen.“ Großartig. Ich hatte keine Ahnung was passiert war und sollte jetzt auch noch befragt werden.

Der Beamte war ein kleiner, untersetzter Mann mit Halbglatze. Sein Haar wurde bereits grau und er schwitzte. Nachdem er sich auf einem wackeligen Plastikstuhl niedergelassen hatte, zückte er einen karierten Block und einen Stift. „Nun, ich will es kurz machen. Das einzige, was ich von Ihnen wissen will, ist ihr Name und ihr Wohnort. Die Schwester sagte bereits, dass Sie sich nicht mehr an den Unfall erinnern können.“ Seine quäkende Stimme hallte merkwürdig von den Wänden wieder. Schweigen. Ich räusperte mich. „Ich bin...“ Fieberhaft überlegte ich. Wie war mein Name? Es war so ziemlich das schlimmste Gefühl, dass ich je gehabt hatte. Ich wusste meinen eigenen Namen nicht. Namenlos. „Sie sind...“ Der Polizist musterte mich. „Ich weiß es nicht.“ Meine Stimme war fast tonlos.